Der perfekte Jobtitel – 4 Tipps, Beispiele und Checkliste [2021]

Der erste Eindruck zählt. Und dieser ist für die meisten Bewerber*innen die Überschrift Ihrer Stellenanzeige: der Jobtitel. Machen Sie mit unseren 4 Tipps alles richtig und überzeugen Sie von der ersten Sekunde an – Beispiele und Checkliste inklusive. Worauf warten Sie noch?

Der Jobtitel ist der erste Berührungspunkt zwischen Kandidat*innen und Unternehmen – er entscheidet darüber, ob die Stellenanzeige überhaupt gelesen wird.

Es lohnt sich, bei der Wahl des Jobtitels ein paar Dinge zu beachten. Denn Sie wissen ja: man hat keine zweite Chance für den ersten Eindruck.

Weiterer Pluspunkt: Mit dem perfekten Jobtitel wird Ihre Stellenanzeige auch über Google gefunden und scheint in Suchergebnissen von Jobbörsen ganz oben auf.

Hier finden Sie vier wertvolle Tipps für die richtige Wahl des Jobtitels, die Sie bei der Erstellung Ihrer Stellenanzeige beachten sollten plus Checkliste zum sofortigen Umsetzen.

1. Die optimale Länge

Bei Online-Marketing-Kampagnen werden häufig nur die ersten 40 Zeichen angezeigt. Für die meisten gängigen Jobportale (und Google) sollte der Jobtitel 60 Zeichen inklusive Leerzeichen nicht überschreiten.

Perfekte Länge für einen Jobtitel in einer Stellenanzeige

Kürzen Sie außerdem Wörter nicht ab. Das lässt sich nicht nur schlechter lesen, sondern verhindert oft auch, dass Suchmaschinen Ihre Stellenanzeige richtig finden und korrekt anzeigen.

Abkürzungen im Jobtitel schlechtes Beispiel

Zu viele Großbuchstaben und Sonderzeichen haben im Jobtitel nichts verloren. Ausnahmen gelten für gängige Abkürzungen wie „VW“ oder „SAP“ bzw. zur geschlechtsneutralen Formulierung.

Großbuchstaben im Jobtitel schlechtes Beispiel, gutes Beispiel

Adjektive, Ortsangaben oder der Name des Unternehmens kommen ebenfalls nicht in den Jobtitel. Hier zwei Negativbeispiele: Die „fleißige Pflegekraft für den Standort in Bozen“ oder der „motivierter Buchhalter für die Steuerkanzlei XY GmbH“. So bitte nicht!

Ortsangaben und Adjektive im Jobtitel schlechtes Beispiel

Besser wären hier die allgemeinen Stellenbezeichnungen: "Lohnbuchhalter*in" bzw. "Altenpfleger*in".

Präziser Stellentitel Beispiel

Jedes Unternehmen sucht fleißige und motivierte Mitarbeiter*innen – immer! Oder sind Sie auf der Suche nach faulen, unmotivierten Leuten?

Auch die Ortsangabe und der Firmenname sind redundant. Diese Infos lenken potentielle Bewerber*innen von der eigentlichen Stellenanzeige ab.

Ausnahme: Für Außendienstmitarbeiter*innen kann es durchaus Sinn machen, das Einsatzgebiet (z.B. „Vinschgau“) im Jobtitel zu erwähnen.

Arbeitsort im Jobtitel gutes Beispiel

Grundsätzlich kommen alle Informationen in die dafür vorgesehenen Felder ⇒ auch Außendienstmitarbeiter*innen starten die Woche häufig in einem Büro (z. B. in Meran).

2. Detaillierte Beschreibung

Der Jobtitel einer Stellenanzeige sollte kurz (= 40 Zeichen) und präzise sein. Gleichzeitig soll er das Interesse der Bewerber*innen wecken und klar machen, wen Sie suchen.

Wenn Ihre Wunschkandidat*innen den Titel lesen, sollten sie sich angesprochen fühlen. Verwirren Sie Interessent*innen nicht, sondern bringen Sie Ihre vakante Stelle in der Überschrift auf den Punkt. Das gelingt am besten, wenn Sie bereits im Vorfeld ein Anforderungsprofil erstellen.

Detaillierter Jobtitel gutes Beispiel

Oft ist es zielführend, weitere notwendige Details, wie den Schwerpunkt der Tätigkeit (z.B. „Automatisierungstechnik“), zu erwähnen.

Die Bezeichnung „Mitarbeiter*in Marketing“ ist zu allgemein. Hier sollten Sie weitere Informationen im Titel anführen. Zum Beispiel „Online Marketing Manager*in – YouTube und Instagram“.

Detaillierter Jobtitel gutes Beispiel, schlechtes Beispiel

Der Jobtitel ist zwar 51 Zeichen (inklusive Leerzeichen) lang. Das ist aber nicht schlimm. Im Gegenteil!

Bewerber*innen finden bereits im Jobtitel wichtige Informationen über die mögliche Tätigkeit im Unternehmen. Das passt!

Selbiges gilt auch für den oft verwendeten Titel „Verkäufer*in“. Das ist einfach zu allgemein. Man erkennt auf den ersten Blick nicht, was Sie genau suchen.

Detaillierter Stellentitel in der Stellenanzeige gutes Beispiel, schlechtes Beispiel

Rücken Sie also ruhig ein paar mehr Informationen raus und werden Sie konkreter: Je nachdem, welche Position Sie besetzen wollen, schreiben Sie lieber statt „Verkäufer (m/w/d)“:

  • „Einrichtungsberater*in“ (im Möbelhaus)
  • „Handelsvertreter*in Staubsauger“ oder
  • „Autoverkäufer*in Neuwagen VW“

Darunter kann man sich etwas vorstellen. Das funktioniert.

Bei einem gut formulierten Jobtitel erkennen die Kandidat*innen auf den ersten Blick, ob die Stelle für sie in Frage kommt.

Aus Angst vor zu wenig Rücklauf werden Jobtitel – teilweise absichtlich –  unpräzise formuliert. Wie Sie sich wahrscheinlich denken können, funktioniert das nicht. Im Gegenteil: schwammige oder nichtssagende Titel sprechen niemanden an und wirken sich negativ auf Ihren Recruiting-Prozess aus.

3. Bei Altbewährtem bleiben

Zumindest was den Jobtitel betrifft sollten Sie nicht zu experimentierfreudig sein. Altbekanntes funktioniert am besten.

Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass fremdsprachige oder kreative Titel wie “Zahlenninja (m/w/d)” Bewerber*innen mehr ansprechen.

Kreativer Jobtitel in der Stellenanzeige schlechtes Beispiel

Doch wenn es um den Jobtitel geht, ist das Gegenteil der Fall.

Fremdsprachiger Jobtitel in der Stellenanzeige schlechtes Beispiel

Mit kreativen oder fremdsprachigen Berufsbezeichnungen können die wenigsten Kandidat*innen etwas anfangen – geschweige denn, dass sie danach suchen würden.

Detaillierter Jobtitel bei der Stellenanzeige gutes Beispiel

Und letztendlich geht es ja um das eine: Sie wollen, dass passende Kandidat*innen Ihre Stellenanzeige finden!

Merke: Kandidat*innen werden sich eher auf die ausgeschriebene „Buchhalter*in“-Stelle bewerben, als sich über die “Accountant (m/w/d)”-Position den Kopf zu zerbrechen.

Verzichten Sie auf betriebsinterne Titel

Als Mitarbeiter*in Ihres Unternehmens kommen Sie häufig mit betriebsinternen Bezeichnungen in Kontakt und verwenden diese selbstverständlich.

Interne Bezeichnungen im Jobtitel schlechtes Beispiel

Für Außenstehende und potentielle Kandidat*innen sind diese Bezeichnungen aber oft verwirrend.

Wählen Sie deshalb eine Berufsbezeichnung, die auch für Externe klar verständlich und allen geläufig ist.

Verständliche Berufsbezeichnung in der Stellenanzeige gutes Beispiel

Für die Anwerbung interessanter Kandidat*innen ist es sehr wichtig, dass Sie die Sprache Ihrer potentiellen Bewerber*innen sprechen. Klare Kommunikation ist das Um und Auf und führt zu einer Verbesserung der Candidate Experience!

4. Geschlechtsneutrale Formulierung

Last but not least: die geschlechtergerechte Sprache.

Nehmen Sie in Ihren Jobtitel neben dem „m“ und „w“ einen Zusatz für das dritte Geschlecht (divers) mit auf, z. B. „(m/w/d)“.

So sprechen Sie Personen aller Zugehörigkeiten an.

Checkliste - der perfekte Jobtitel

  • Präzise Angaben machen. Statt „Mitarbeiter*in Marketing“ lieber „Online Marketing Manager*in – YouTube und Instagram“. Schließlich wollen Sie nicht irgendwelche Marketing-Kandidat*innen, sondern qualifizierte Interessent*innen mit YouTube- und Instagram-Erfahrung.
  • Altbewährte Jobtitel benützen. Verwenden Sie online ausschließlich Jobtitel, nach denen Bewerber*innen auch tatsächlich suchen. Es geht darum, dass Ihre Stellenanzeige gefunden wird.
  • Eindeutig formulieren. Der gewählte Jobtitel soll die Aufgaben klar machen. Je unmissverständlicher die Jobbezeichnung formuliert wird, desto eher öffnen auch die richtigen Bewerber*innen die Stellenanzeige.
  • Geschlechtsneutral sein. Um alle Geschlechter anzusprechen, nehmen Sie einen Zusatz „d“ für das dritte Geschlecht (divers) in den Jobtitel mit auf, - z. B. „(m/w/d)“

Die perfekte Länge des Jobtitels:

  • 40 bis 60 Zeichen.
  • Bei Online-Kampagnen werden teilweise nur die ersten 40 Zeichen angezeigt, daher gilt die Faustregel: Das Wichtigste zuerst.
  • Aber: Keine essentiellen Informationen streichen. Wenn Sie eine Praktikant*innenstelle ausschreiben, dann lieber „Praktikum – Social Media Marketing (m/w/d)“ als nur „Social Media Manager (m/w/d)”.

Außerdem wichtig für die Formulierung des Jobtitels:

  • Sonderzeichen wie *, (, /, oder – sind ausschließlich zum Präzisieren oder für die geschlechtsneutrale Formulierung sinnvoll. Kreativität ist absolut fehl am Platz ;)
  • GROßBUCHSTABEN IM JOBTITEL SIND EIN NO-GO! Oder wollen Sie Ihre Interessent*innen gleich anschreien und so vergraulen?
  • Keine unternehmensinterne Berufsbezeichnungen oder Referenznummern verwenden.
  • Zusätze wie „Wir suchen“, „Gut bezahlter“, „Traumjob“ etc. aus dem Jobtitel streichen
  • Auf die Nennung von Soft Skills wie „teamfähig“ oder „engagiert“ verzichten
  • Ortsangaben nur dann erwähnen, wenn sie ein wichtiger Teil der Tätigkeit darstellen, z. B. „Handelsvertreter*in Bürobedarf – Norditalien“
  • Vermeiden Sie Abkürzungen wie „Kaufm. Mitarbeiter“. Danach suchen Bewerber*innen nicht.